Bei O2 sind die ethischen und ökologischen Beschaffungsrichtlinien bereits im Einsatz. Bisher werden sie in unterschiedlicher Ausprägung je nach Einkaufsgruppe individuell an die Verträge und Ausschreibungen angepasst.
Die Herausforderung für O2 besteht nun darin, die Richtlinien einheitlich bei allen Lieferanten des Unternehmens umzusetzen. Unser Ziel für das Jahr 2008 ist es, die Richtlinien in allen Verträgen und Ausschreibungen zu standardisieren, so dass sie für unsere Lieferanten rechtlich verbindlich werden. In diesem Prozess stehen wir in engem Austausch mit Telefónica Europe. So können wir auf Erfahrungen unserer Muttergesellschaft zurückgreifen.
Erste Schritte zur Umsetzung haben wir 2007 unternommen. Zunächst analysierten wir im Rahmen einer Bestandsaufnahme in den einzelnen Bereichen des Einkaufs bei O2, in welcher Ausprägung die Richtlinien in den Verträgen und Ausschreibungen bereits verankert sind. Die Analyse ergab, dass in den Einkaufsgruppen unterschiedliche und nicht standardisierte Textbausteine vorhanden sind.
Zeitgleich haben wir ein Instrument entwickelt, um das Risiko für den Verstoß gegen unsere Richtlinien für die einzelnen Produktgruppen einzuschätzen. Mit Hilfe dieses so genannten "Category Risk Assessment-Tool" können wir die verschiedenen Lieferanten mit ihren Produkten in drei Risikokategorien einordnen - 'hoch', 'mittel' und 'niedrig'. Kriterien für die Einordnung sind die Bereiche Arbeitsbedingungen, Umwelteinflüsse, Gesundheit und Sicherheit sowie Wirtschaftsethik. Außerdem fließt in die Bewertung mit ein, in welcher Region die Produkte hergestellt werden. Abhängig von der Risikokategorie wird dann entschieden, welche Maßnahmen für die betroffenen Lieferanten greifen sollen. Je nach Risikograd können dies beispielsweise Audits - also Betriebsüberprüfungen vor Ort - oder eine Lieferantenselbstauskunft sein. Testläufe für je eine Einkaufskategorie in allen fünf Einkaufsgruppen haben wir im Jahr 2007 durchgeführt und abgeschlossen.
An die bisherigen Erfolge wollen wir nun anknüpfen. Das Risikobewertungstool werden wir für alle Produktgruppen anwenden. So können wir sämtliche Lieferanten in Risikokategorien einordnen und entsprechende Maßnahmen ableiten.
Im ersten Halbjahr 2008 werden wir die ethischen und ökologischen Richtlinien standardmäßig in alle neuen Lieferantenverträge und Ausschreibungen integrieren. Insbesondere werden wir dafür sorgen, dass unsere Richtlinien auch im Geschäftsbereich von Marketing & Sales bei der Beschaffung von Handys gelten.
Beginnend mit dem zweiten Quartal 2008 werden wir unsere Lieferanten zu einer Selbstauskunft auffordern, abhängig von der Einordnung in die verschiedenen Kategorien. Sie sollen darlegen, inwieweit sie unsere Anforderungen bereits erfüllen und welche Maßnahmen geplant sind. Der dazu angefertigte Fragebogen deckt die in den Richtlinien verankerten Themen ab.
Mittelfristig wollen wir selbst Audits durchführen oder diese bei unabhängigen Dritten in Auftrag geben. Zuletzt werden wir uns vorbehalten, die Geschäftsbeziehung mit Lieferanten zu beenden, z.B. wenn schwerwiegende Verstöße festgestellt oder vereinbarte Verbesserungsmaßnahmen in einem bestimmten Zeitraum wiederholt nicht erfüllt werden. Nun gilt es Wege zu finden, diesen Maßnahmenkatalog mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen zu bewerkstelligen. Hier werden wir im Jahr 2008 in engem Austausch mit Telefónica Europe nach Lösungen suchen.